Abenteuer

Gertrud hat heute keine Lust zum Radeln, also beschließe ich, mein Glück mit einer mittelschweren Mountainbike-Tour zu versuchen. Ich mache mich auf den Weg zur Dichtleralm.
Die Anfahrt auf geteerter Straße ist schön, aber anstrengend. Nach einem Wanderparkplatz ist die Straße für Kfz gesperrt und bald gibt es nur noch Schotter. Stark ausgewaschene Spurrinnen erschweren das Vorankommen zusätzlich. Im ersten Gang quäle ich mich aufwärts und werde mit wunderschönen Ausblicken auf den Unterberg und die beiden „Koasa“ belohnt (= wilder und zahmer Kaiser).


In einer Kehre muß ich wegen eines entgegenkommenden Traktors „rechts ran“ und halten und dann geht nichts mehr. Keine Traktion, auch zurückrollen geht nicht, weil da ein Abgrund ist, aus der Spurrinne komme ich nicht raus.
Ich warte 10 Minuten, die Ochsenalm ist in Sichtweite, aber niemand da – logisch, der Bauer ist mit dem Traktor talwärts gefahren. Wenn ich mein Gewicht ganz nach vorne verlagere, habe ich etwas Grip, komme aber nur maximal 5 cm weiter, weil ich mich nicht nach hinten abstützen kann (der Motor hilft auch nicht) und doch gelingt es mir irgendwie, mich herauszuarbeiten.


Mein Glück weiter zu strapazieren habe ich nicht vor und gebe mich geschlagen (nicht der Steigung, sondern dem Schotter). Auf dem Rückweg komme ich vor lauter Bremsen nicht zum Schauen und halte deshalb öfter an, um die Aussicht zu genießen.
Viel früher als geplant komme ich zurück und Gertrud tröstet mich mit einem guten Bohnentopf mit Würstl. Entspannen, Schmerzen pflegen, Mords Sonnenbrand an den Füßen, den ich glücklicherweise nicht spüre.
Später überkommt uns noch einmal der Hunger bzw. Appetit und wir gönnen uns eine Knödelpfanne bzw. an „Oimburger“ in der Kaiseralm.
Abends gibt es ein Gewitter, aber alles hält stand. Die Nacht ist besser als erwartet.

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